Lärm - Eine unterschätzte Gefahr
Die schlimmsten Lärmquellen
Unsere Umwelt ist in den letzten Jahrzehnten mit Voranschreiten der Technisierung und der gestiegenen Reisetätigkeit messbar lauter geworden. Zwar nimmt jeder Mensch Lärm subjektiv anders wahr. Fakt ist aber: Lärm gilt als eine der gravierendsten Umwelt- und Arbeitsbelastungen. Im Auftrag des Bundesumweltministeriums werden regelmäßig Daten zur Belästigung der Bevölkerung durch Lärm erhoben. Als dominante Lärmquelle, die in der Wohnung wahrzunehmen ist, wurde an erster Stelle Straßenverkehr, an zweiter Stelle Nachbarschaftslärm, an dritter Stelle Fluglärm und an vierter Stelle Schienenlärm genannt. Abhängig von Schallpegel, Frequenz und Dauer kann Lärm direkt, aber auch indirekt zu unterschiedlichen Reaktionen führen: z.B. Konzentrationsmängel, psychische (Nervosität) und physiologische Beeinträchtigungen (Stresshormon- und Blutdruckerhöhung). Diese Veränderungen stellen zum Teil klassische Risikofaktoren für Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems dar.
Im Schlaf reagiert unser Körper besonders empfindlich auf Geräusche, die er seit grauer Vorzeit im Unterbewusstsein als herannahende Gefahr interpretiert. Er befindet sich in einer „Hab-Acht-Stellung“. Wird das Stresshormon Cortisol im Wachzustand erst bei einem Lärmpegel von über 120 dB(A) ausgeschüttet, kommt es während des Schlafes schon ab 50 bis 60 dB(A) zu dieser Reaktion. Zum Glück finden sich im Bundesimmissionsschutzgesetz umfangreiche Regelungen zum Schutz vor Verkehrslärm, bei der viele Lärm mindernde Maßnahmen an Wohneigentum mit bis zu 100 % der Kosten subventioniert werden.